2. Etappe:Bühlerzell – Ellwangen

Checkliste

Länge24,5 km
rauf & runter↑ 430 m, ↓ 360 m
GPX Track02.gpx
Datum17.10.2018

 

Wandernotizen

Ob ich zum (gelungenen!) Frühstück die Zeitung haben möchte? Nein Danke, ich mag diesen sicher herrlichen Tag nicht mit garantiert unerfreulichen Nachrichten beginnen. Die Sonne ist noch etwas zögerlich unterwegs, und so ist es beim Start doch merklich kühl. Selbstverständlich beginnt auch diese Tour mit einem (kleinen) Anstieg. Es geht heute viel durch Wald, und mit fortschreitender Uhrzeit gelangen immer mehr Sonnenstrahlen in den herrlich durchleuchteten Herbstwald. Spektakuläres braucht es da nicht, es ist schön wie es ist. Gegen Mittag liegt die höchste Erhebung meiner vier Tage vor mir: Hohenberg. Doch letztlich ist der Aufstieg gar nicht so dramatisch, und oben an der (geschlossenen…) neuromanischen Wallfahrtskirche nebst Pilgerherberge und (eindrücklichem) Friedhof angelangt gibt es genug Aussicht für eine ausgedehnte Rast. Bald darauf werden die Wege absolut malerisch: Das Rotenbachtal ist eine Augenweide, ein herrlicher Pfad verläuft im Wald neben einer sumpfigen Naturlandschaft. Auch Spuren von Bibern sind leicht auszumachen. Großartig! Leider wird auf Höhe der Ölmühle nun scheinbar ein Staudamm errichtet, so dass dieses Idyll wohl bald Geschichte sein wird. Kurz vor Ellwangen gelange ich noch in den dortigen Galgenwald. Die traurige Geschichte hier sind allerdings weniger die Galgen an sich, viel mehr die einst massiven Hexenverbrennungen. Eine Gedenkstätte und ihre Geschichte lässt einen an der Menschheit an sich zweifeln. Im Städtchen angekommen wirkt Ellwangens traurige Geschichte auf mich ein wenig wie ein Damoklesschwert. Auch ist heute mindestens eine Hundertschaft der Polizei präsent, und ich suche meinem Weg zwischen deren Einsatzfahrzeugen. Irgend ein Passant will wissen zu wem oder was ich hier gehöre, dabei habe ich keinen Schimmer was hier überhaupt los ist. Meine Wegzeichen verlassen mich zudem erstmals völlig, und so irre ich ein wenig durchs Örtchen. Das Hotel ist dennoch schnell gefunden, und mein Zimmer ist richtig schick (auch wenn das Badezimmer etwas gealtert ist). Gutes Essen gibt es hier auch, das Hotelrestaurant ist allerdings ohne Reservierung nicht besuchbar: Es ist voll, und ich habe zum Glück reserviert. Meine Wahl fällt heute trotz guter Alternativen auf das Wiener Schnitzel, leider hier traditionell bereitet mit Sardelle und Kapern… Der Nachtisch bieten hingegen auch für mich Sternequalität: Eine Zitronen-Joghurt Mousse, daneben Rote Grütze sowie einen weiteren Fruchtspiegel (Zitronenmelisse & Minze?), darauf etwas Sahne und ordentlich hauchdünne Schokolade. Die morgige Unterbringung zu buchen gestaltet sich unerwartet schwierig, denn die kommenden Gasthöfe sind allesamt ausgebucht: In deren Nähe befindet sich eine Autobahnbaustelle, und so sind diese mit den Arbeitern für Wochen vollständig belegt. Doch da es mir soweit ganz gut geht, beschließe ich eine Mammutetappe auf mich zu nehmen und buche eine Unterkunft etwa 6 Kilometer weiter als geplant… Das war ein toller Weg heute!


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