Keine Meinung?
Es ist einige Jahre her, da informierte ich mich über die Piratenpartei - und was ich las konnte ich schlicht nicht ernst nehmen. Die Bewegung wuchs aber wohl so weit, dass sie die etablierten Parteien mittlerweile das Fürchten lehrt.
Doch wie oft las ich, dass die Piratenpartei keinen Plan von irgend etwas hat? Keine Meinung, kein Programm. Nix. Nur Freibier wollen sie - bitte alles kostenlos.
Doch hier haben unsere Stimmungsmacher allesammt eines nicht verstanden: Freibier ist nicht Freiheit. Und eigentlich geht es um letzteres. Überall stoße ich auf Mitbürger, die dies aber nur allzu gerne völlig undifferenziert miteinander verrühren (möchten). So weit war ich mit meinen Gedanken, und dachte diesem feinen, doch aber elementaren Unterschied demnächst auch einen eigenen Blogartikel zu widmen.
Und dann kam ein neuer Pressebricht vom Parteitag. Und der zeigte mir, dass da noch mehr missverstanden wird - und selbst ich mir falsch unterjubeln ließ: Keineswegs haben sie derart wenig Meinung - nur sagen sie, dass es keinen Sinn macht alles innerhalb Deutschlands Grenzen lösen zu wollen. Andere Konzepte müssen her.
Richtig! Es zeugt z.B. von Inkompetenz lokales Recht auf den Handel im Internet anwenden zu wollen. Das muss anders gelöst werden. Die Kommunikation und die Freizeit kennt keine Landesgrenzen mehr, und auch die Sprachbarriere wird zusehends durchlässiger (wer hatte kein Englisch in der Schule?). Europa existiert, und selbst diese Betrachtung ist bereits ein Relikt des vergangenen Jahrtausends.
Die Piraten gehen auf die Probleme auf ihre Weise zu - und die rosa Brille der Alteingesessenen mitsammt unserer Presse ist schlicht nicht in der Lage diesen notwendigen Wandel wahrnehmen, geschweige denn verstehen zu können.
Ich glaube, ich muss mich erneut mit dieser Partei auseinandersetzen. Denn zumindest zwei grundlegende und längst überfällige Ergänzungen haben sie ja schon mal im Gepäck.